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Montag, 22. Juni 2015

Das Hex - weit mehr als ein Symbol


Ein Hex ist ein kreisgestaltiges magisches Universum zur Beeinflussung multiversaler Abläufe und menschlicher Geschicke.  
Es zeichnet sich durch eine Kombination diverser subtiler Wirkmechanismen, die eine, in sich harmonisch geschlossene, Einheit bilden, aus. Sein ältester fest greifbarer Ursprung findet sich in den Grimoires der alttraditionellen Hexen- und Hexer des deutschsprachigen Raumes, die in den nordamerikanischen Kolonien im 17. bis 19. Jahrhundert ein erneutes Aufblühen erfuhren. Eine Ableitung und Synthese aus paganen Ursprüngen lässt sich erkennen, war jedoch oftmals in christliche Gewänder gekleidet, um Bestrafungen zu entgehen.  

Der Aufbau eines Hex hat äußerliche und künstlerische Parallelen  indischen Mandalas, dient jedoch inhaltlich einem völlig anderen Zweck und ist damit deutlich davon abzugrenzen. In beiden Fällen ist die aufgewandte Mühe dahinter ein wichtiger Teil des magischen Prozesses.
Einen echten Bezug sehe ich zwischen den repitierten Medaillonmotiven sassanidischer und sogdischer Seiden, die inhaltlich ebenfalls mythische bis magische Themen aufgreifen können, besonders zur Herbeiführung von Erfolg. Diese sind vor allem im frühen Mittelalter über Byzanz in die kaiserlichen und kirchlichen Schätze (z.B. Elefantenseide im Aachener Domschatz) gekommen, welche nachweislich großen Einfluss auf die Kunst hatten.

Bekannte Umsetzungen von Hex-Zaubern, auch schlicht "Brauch" genannt, sind als Kreidezeichnungen auf den Boden oder auf runden Holzplatten mit einem zentralen Nagel. 
Heute lässt sich ein Hex am leichtesten auf Papier zeichnen oder, wie hier im Bild, auf eine runde Leinwand. 

Die besondere Kunst bei einem Hex, ist die absolute Konzentration auf das Ziel, das Erschaffen einer treffenden, miteinander harmonisierenden Symbolsprache, sowie eine pedantisch anmutende, mehrstufige Besprechung. Wort und Bild sollen spielend ein Tor zur nicht alltäglichen Wirklichkeit bilden und somit dem Hex-Meister sein Ziel eröffnen, dabei jedoch dem nicht eingeweihten Betrachter verschlossen bleiben.

Die Wirk- und Bedeutungsebenen:
  • Der Universalkreis (ggf. ergänzt durch weitere bedeutungsvolle Formen) untergliedert sich in bis zu drei Kreiszonen, die den Wirkbereich des Zaubers darstellen: Kern = Unterbewusstsein und innere Kräfte, mittlerer Kreis = Mikrokosmos und subjektives Universum, äußerer Kreis = Makrokosmos und objektives Universum
  • Die Symbole sind Träger magischer Botschaften und beinhalten den eineindeutigen Willenssatz – sie können bildhaft bis abstrakt sein und beinhalten meist ein Hauptsymbol oder bestehen ausschließlich aus ihm; Traditionelle Symbole wären: Erdstern, Tulpe, Herz, Distelfink, Adler, Eichenblatt, Hahn, Eichel, Tropfen, Raute, Granatapfel, Blitz, Traube, Kleeblatt 
  • Der Dekor in Form von Bändern gibt Wirkrichtung(en), Kräfte und Hilfswesenheiten zur Erreichung des Zieles an; z.B. Band ohne Dekor = dichter Abschluss, Strichellinie = undichter Abschluss, Wellenlinie = wabernde Bewegung der Wirkkraft in die Richtung der Welle, Pfeile oder Winkel = direkte Bewegung
  • Die Farben sind weit mehr als nur schmückendes Beiwerk, sondern lenken in bestimmte Richtungen oder können Kräfte indizieren – Farbbedeutungen können bestimmten allgemein bekannten, kultischen oder persönlichen Nutzungstraditionen entstammen; Beispiele aus unterschiedlichsten Nutzungstraditionen: schwarz = Tod, weiß = Leben, rot = Schaden, rosa = Liebe, blau = Gor; gelb = Weisheit
  • Die Anzahlen der Motive spielen magisch eine weit größere Bedeutung als oft vermutet (Stichwort: Hausnummern); so sollte man zum Manifestieren glücklicher Zustände auch auf besondere Glückszahlen (z.B. 6, 12, 18) zurückgreifen; eine Hilfestellung bei der Auswahl können numerologische Werke oder auch das Tarot-System geben
     

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