Unsere Themenfelder

Praktischer Schamanismus, Kemetismus, Experimentelle Archäologie, Rekonstruktion weltweiter polytheistischer Kulte, Magick und allerlei Handwerkszeug...

Hier werden objektive Techniken und besondere Erfahrungen gemacht!


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Sonntag, 20. Dezember 2015

Rekonstruktion: Eine Sokar-Osiris - Statuette

Rekonstruktion unter grüner Beleuchtung und Computerbearbeitung


Maße: 16,7 x 4 x 4,6 cm
Materialien: Fimo-Modelliermasse (in diversen Farben und Effekten), Acrylfarbe weiß
Künstler: Poeta Immortalis


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 Rekonstruiert nach dem Vorbild von polychromen Osiris-Statuetten  aus Abydos und den Erfahrungen unseren Geistreisen  in die Höhle des Sokar in Rosetau; insbesondere der Beobachtung der Vereinigung der Götter Sokar und Osiris, sowie der Erlebnisse bei der rituellen Praxis 
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Empfohlener Artikel und (Mit-)Basis der Rekonstruktion
Irene Pamer und Ute Effland: Aus dem Reich der Toten auferstanden, Die Restaurierung von fünf fragmentierten polychromen Osirisfiguren, In: Christine Kowalski (Hrsg.): Restauro, Zeitschrift für Konservierung und Restaurierung, No. 6 2015, S. 14 ff.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Das Hathor-Fest 2015

Das Hathor-Fest in Leipzig (18.10.2015) war ein klangvoll-extatisches Erlebnis, das in altbekannten und neuen Teilnehmer/innen Begeisterung ausgelöst hat. Mit 10 Teilnehmer/innen und hausgemachten Ritualwein ging es feucht-fröhlich und doch mit einer rituellen Selbstverständlichkeit in einen segensreichen Feiertag. Dabei war Platz für unterhaltsame Gespräche, Späße, selbstgemachte Hathor-Amulette, Gebete und Wunschbriefe an die schicksalsvolle Himmelsgöttin. Die umfangreichen auf Deutsch und Mittelägyptisch Ritualtexte fanden zum Beispiel Anlehnung an Originale aus Dendera.  
In Gesprächen wurde deutlich, dass Götter der Extase, wie Ihy, als wild tanzender Gott des Sistrums, neben zahlreichen anderen vergleichbaren Elementen viel mit Schamanismus gemein haben. 
Der Vortag zum kemetischen Festakt zeigte, anhand der Worte der Hathor, weitere Elemente auf, die mich gar an nordisch-schamanische Praktiken erinnerten, als die Göttin verkündete, sie fange die Geister der Krankheiten und koche sie in Kesseln im Duat, bis sie Geister von Reinheit geworden sind. 

Dienstag, 8. September 2015

Ritueller Schmuck: Ein Horus-Pendant


Ein von mir, frei nach ägyptischen Vorbildern nachempfundenes Horus-Pendant für Fest und Kult, bestehend aus Kupfer- und Karneolperlen, Udjad-Augen aus Fayence, sowie einen versilberten Horus. Die vordesten drei Karneole symbolisieren Horus, umgeben von Nephtys und Isis. Je 12 weitere Karneole stellen die Tag- und Nachtfahrt der Sonne dar, während die Udjad-Augen machtvoll den Weg seiner Herrschaft ebnen.

Ich wünsche der Trägerin viele magische Momente mit diesem einzigartigen Stück!

Du möchtest ein ähnliches Pendant erwerben? Dann schildere mir deine Vorstellungen und du bekommst zeitnah ein Angebot. Schreib an: poeta-immortalis@web.de


Montag, 22. Juni 2015

Das Hex - weit mehr als ein Symbol


Ein Hex ist ein kreisgestaltiges magisches Universum zur Beeinflussung multiversaler Abläufe und menschlicher Geschicke.  
Es zeichnet sich durch eine Kombination diverser subtiler Wirkmechanismen, die eine, in sich harmonisch geschlossene, Einheit bilden, aus. Sein ältester fest greifbarer Ursprung findet sich in den Grimoires der alttraditionellen Hexen- und Hexer des deutschsprachigen Raumes, die in den nordamerikanischen Kolonien im 17. bis 19. Jahrhundert ein erneutes Aufblühen erfuhren. Eine Ableitung und Synthese aus paganen Ursprüngen lässt sich erkennen, war jedoch oftmals in christliche Gewänder gekleidet, um Bestrafungen zu entgehen.  

Der Aufbau eines Hex hat äußerliche und künstlerische Parallelen  indischen Mandalas, dient jedoch inhaltlich einem völlig anderen Zweck und ist damit deutlich davon abzugrenzen. In beiden Fällen ist die aufgewandte Mühe dahinter ein wichtiger Teil des magischen Prozesses.
Einen echten Bezug sehe ich zwischen den repitierten Medaillonmotiven sassanidischer und sogdischer Seiden, die inhaltlich ebenfalls mythische bis magische Themen aufgreifen können, besonders zur Herbeiführung von Erfolg. Diese sind vor allem im frühen Mittelalter über Byzanz in die kaiserlichen und kirchlichen Schätze (z.B. Elefantenseide im Aachener Domschatz) gekommen, welche nachweislich großen Einfluss auf die Kunst hatten.

Bekannte Umsetzungen von Hex-Zaubern, auch schlicht "Brauch" genannt, sind als Kreidezeichnungen auf den Boden oder auf runden Holzplatten mit einem zentralen Nagel. 
Heute lässt sich ein Hex am leichtesten auf Papier zeichnen oder, wie hier im Bild, auf eine runde Leinwand. 

Die besondere Kunst bei einem Hex, ist die absolute Konzentration auf das Ziel, das Erschaffen einer treffenden, miteinander harmonisierenden Symbolsprache, sowie eine pedantisch anmutende, mehrstufige Besprechung. Wort und Bild sollen spielend ein Tor zur nicht alltäglichen Wirklichkeit bilden und somit dem Hex-Meister sein Ziel eröffnen, dabei jedoch dem nicht eingeweihten Betrachter verschlossen bleiben.

Die Wirk- und Bedeutungsebenen:
  • Der Universalkreis (ggf. ergänzt durch weitere bedeutungsvolle Formen) untergliedert sich in bis zu drei Kreiszonen, die den Wirkbereich des Zaubers darstellen: Kern = Unterbewusstsein und innere Kräfte, mittlerer Kreis = Mikrokosmos und subjektives Universum, äußerer Kreis = Makrokosmos und objektives Universum
  • Die Symbole sind Träger magischer Botschaften und beinhalten den eineindeutigen Willenssatz – sie können bildhaft bis abstrakt sein und beinhalten meist ein Hauptsymbol oder bestehen ausschließlich aus ihm; Traditionelle Symbole wären: Erdstern, Tulpe, Herz, Distelfink, Adler, Eichenblatt, Hahn, Eichel, Tropfen, Raute, Granatapfel, Blitz, Traube, Kleeblatt 
  • Der Dekor in Form von Bändern gibt Wirkrichtung(en), Kräfte und Hilfswesenheiten zur Erreichung des Zieles an; z.B. Band ohne Dekor = dichter Abschluss, Strichellinie = undichter Abschluss, Wellenlinie = wabernde Bewegung der Wirkkraft in die Richtung der Welle, Pfeile oder Winkel = direkte Bewegung
  • Die Farben sind weit mehr als nur schmückendes Beiwerk, sondern lenken in bestimmte Richtungen oder können Kräfte indizieren – Farbbedeutungen können bestimmten allgemein bekannten, kultischen oder persönlichen Nutzungstraditionen entstammen; Beispiele aus unterschiedlichsten Nutzungstraditionen: schwarz = Tod, weiß = Leben, rot = Schaden, rosa = Liebe, blau = Gor; gelb = Weisheit
  • Die Anzahlen der Motive spielen magisch eine weit größere Bedeutung als oft vermutet (Stichwort: Hausnummern); so sollte man zum Manifestieren glücklicher Zustände auch auf besondere Glückszahlen (z.B. 6, 12, 18) zurückgreifen; eine Hilfestellung bei der Auswahl können numerologische Werke oder auch das Tarot-System geben
     

Montag, 23. März 2015

RePoKult Heka - Die Herstellung eines Herz-Amuletts



Das Herzamulett spielte zuerst eine wichtige Rolle im Totenkult des alten Ägypten, wurde jedoch ab dem Mittleren Reich auch für die Lebenden bedeutsam und anwendbar. Denn nichts war im Volk so beliebt wie die alltäglichen Zauber und Amulette, um das eigene Leben in günstige Bahnen zu lenken, einst nur dem Pharao, sowie höhergestellten Personenkreisen vorbehalten.
Die Macht über das eigene Herz und damit über die Seele und deren Ma'at zu besitzen ist für jeden neuen und alten Kemeter ein sehr wichtiger Zweck. Denn ohne eine vollständige Seele ist ein angenehmes Nachleben oder gar ein Leben unter den Göttern unausführbar. In jeder Umgebung, die nicht rituell gereinigt ist, können Dämonenwesen lauern, deren Ziel ist Herzen (Seelen- und Seelenteile) zu rauben und sich diese einzuverleiben. Es bedarf einer Vorkehrung sich diesen dauerhaft zu erwehren. Im Nachleben tritt das Herz-Amulett an die Stelle des lebenden organischen Herzens und macht damit eine Seelenwägung und den Einzug in das goldene Land Amenti oder die Hallen des Osiris möglich.War für die alten Ägyptern, so wie uns auch heute, ein Stoff nicht verfügbar oder zu teuer, so ersetzten sie diesen durch möglichst ähnliche Materialien, immitierten den ursprünglichen Stoff und fügten Besprechungen hinzu, die den Gegenstand als jenseitig real in dem gewünschten Material manifestierten.


Das Herz aus Carneol (rotes Herz)
Materialbesprechung: „Dies sei mein starkes Herz aus Carneol, schön und ebenmäßig, angefüllt mit Ma'at.“
Aktivierung:
„Ich bin Bennu, die Seele des Ra, der Führer jener Götter, die in der Unterwelt sind. Ihre göttlichen Seelen sind auf die Erde
gekommen, um den Willen ihrer Doppelgänger auszuführen. Lass daher auch die Seele des Osir' hervorkommen, um den Willen
seines Doppelgängers auszuführen. Uuuh-siiir weihe dieses Herz zum heiligen Doppelgänger meines Herzens, auf dass es als
stärkstes unter den Göttern hervortrete.“

Der Bennu-Vogel ist zugleich die Seele des Ra, als auch des Osiris und verschafft somit den Schutz von Beiden.



Das Herz aus Lapislazuli (blaues Herz)
Materialbesprechung: „Dies sei mein reines Herz aus Lapislazuli, angefüllt mit Ma'at. Keine Lüge wohnt in ihm.“
Aktivierung:
„Möge mein Herz bei mir sein im Haus der Herzen!
Möge meine Brust bei mir sein im Haus der Herzen!
Möge mein Herz bei mir sein und möge es da Ruhe finden!
Möge mein Herz rein und erfüllt von Ma'at sein,
so wie das Herz des Osir', der im goldenen Land verweilt!
Möge mein Herz voll Wahrheit, jede Lüge aus ihm getilgt sein,
so wie Sopdu die Namen der Lügner löscht, die in Isfet leben.
Möge mein Herz mit der Kraft meines Willens erfüllt sein
für Ma'at im Diesseits, wie im Jenseits zu kämpfen!
In un ma'a.“
Ergänzende Besprechung:
„Duh-ahh-muh-tef,
Sohn des Horus,
der in Ma'at vereint ist mit seinen Brüdern.
Duh-ahh-muh-tef,
der du lehnst auf deinem Elektronstab,
wache über mein Haus des Herzens,
auf dass kein Feind des Ra, kein Isfet über es komme.
Lass es verschont bleiben von Schwermut, den Geistern des Unmuts!
Geschützt sei dieses mein Herz!“

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